Die McDonald's-Währung und wie Sie damit Gewinne machen können
Preise
und Kaufkraft aller Länder lassen sich anhand eines standardisierten Produktes
vergleichen, das überall auf der Welt in gleicher Größe und Qualität erhältlich
ist und das im jeweiligen Land überall zum gleichen Pries verkauft wird. 1986
kam die britische Wirtschaftszeitung „The Economist“ auf diese Idee – der
Big-Mäc-Index war geboren. Denn der bekannteste Hamburger der Welt wird in 120
Ländern mit genau den gleichen 10 Zutaten hergestellt, kann aber nicht zwischen
den einzelnen Ländern gehandelt werden, was bei anderen Artikeln mit
Preisgefälle der Fall ist. Wo der Burger und damit auch das Leben billiger oder
teurer ist – Auswahl aus der letzten Erhebung: http://www.financeblog.ch/2010/09/10/der-big-mac-index-2010/
US$ +/- in % zum Basispreis Ukraine 1,84 - 51 Sri Lanka 1,86 - 50 Hongkong 1,90 - 49 China 1,95 - 48 Thailand 2,17 - 42 Malaysia 2,19 - 41 Philippinen 2,19 - 41 Ägypten 2,28 - 39 Russland 2,33 - 38 Taiwan 2,34 - 37 Pakistan 2,46 - 34 Südafrika 2,45 - 34 Indonesien 2,51 - 33 Mexiko 2,50 - 33 Polen 2,60 - 30 Estland 2,62 - 30 Saudi-Arabien 2,67 - 29 Litauen 2,71 - 27 Lettland 2,80 - 25 Südkorea 2,82 - 24 Slowakei 2,92 - 22 VAE 2,99 - 20 Kroatien 3,05 - 19 Singapur 3,08 - 18 Ungarn 3,33 - 11 Chile 3,34 - 10 Tschechien 3,43 - 8 Großbritannien 3,48 - 7 Argentinien 3,56 - 5 Peru 3,54 - 5 Neuseeland 3,59 - 4 Venezuela 3,63 - 3 Japan 3,67 - 2 Portugal 3,71 - 1 USA 3,73 (=Basispreis) Uruguay 3,74 0 Australien 3,84 + 3 Costa Rica 3,83 + 3 Israel 3,86 + 3 Türkei 3,89 + 4 Griechenland 4,00 + 7 Kanada 4,00 + 7 Italien 4,12 + 11 Österreich 4,13 + 11 Spanien 4,30 + 15 Deutschland 4,33 + 16 Euroländer 4,33 +
16 Frankreich 4,35 + 17 Kolumbien 4,39 + 18 Brasilien 4,91 + 31 Dänemark 4,90 + 31 Schweden 6,56 + 76 Schweiz 6,19 + 66 Norwegen 7,20 + 93 Island 7,44 + 98
Haben
Sie die obige Tabelle etwas studiert? Durchaus interessant, nicht wahr?
Promovierte Wirtschaftswissenschaftler verdrehen zwar die Augen bei solch einer
simplen Vorgehensweise und haben allerlei Einwände, kommen aber mit ihren
komplizierten Warenkörben und komplexen Berechnungen im Prinzip auf das gleiche
Ergebnis.
Doch
mit dem Big-Mäc-Index können Sie mehr anfangen, als abzulesen, wo Ihr Leben
günstiger und damit der Lebensstandard höher sein könnte! Der Big-Mäc-Index ist
ja nichts anders als eine Übersicht der Kaufkraftparität (Purchase Power Parity
= PPP). Diese ist – wie gesehen – von Land zu Land verschieden. Die
Unterschiede sind teilweise gewaltig.
Wissenschaftliche
Studien haben mehrfach belegt, dass PPP-Indices (und damit auch der
Big-Mäc-Index!) langfristig gute Hinweise liefern, wie sich Wechselkurse
zukünftig entwickeln werden.
Was
ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen kann: Zwei meiner Standorte sind die
Philippinen und Großbritannien. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen
hat der Wechselkurs des überbewerteten britischen Pfund (GBP) in den
vergangenen 12 Monaten über 10% verloren, während der des unterbewerteten
philippinischen Peso (PHP) zugelegt hat.
Was sich wiederum mit den
Positionierungen in obiger Tabelle deckt. Andere Wechselkursentwicklungen
belegten dies ebenfalls. Nur ein Beispiel: Als im Jahre 2001 der Euro
eingeführt wurde, waren viele Ökonomen der Meinung, dass er gegenüber dem
US-Dollar steigen würde. Das Gegenteil war der Fall (Sie erinnern sich
vielleicht noch). Im Big-Mäc-Index war die richtige Richtung abzulesen, denn
dort war der Euro als überbewertet ausgewiesen.
Weitere
Erfolgstorys in der mittlerweile über 20-jährigen Geschichte des Big-Mäc-Index
könnten angeführt werden. „Die Bilanz des Index als Prognoseinstrument ist
beeindruckend“, schreibt der Economist stolz über seine Entdeckung.
Was
sollte also Ihre Anlage-Strategie sein? ANTWORT:
Jedes Jahr auf die am stärksten unterbewerteten Währungen setzen!
Wollen wir wetten, dass der
total unterbewertete Wechselkurs des chinesischen Yuan bald steigen wird? Und
dass der schweizer Franken (CHF) fallen wird? Auch der Euro (EUR) ist zu teuer!
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