Geld verdienen Oldtimern und Youngtimern
Nicht
jeder hat das Kapital, eine Immobilie zu erwerben, um Krisenzeiten besser
überstehen zu können.
Andere
Anleger fürchten, dass der klamme Staat gerade Immobilienbesitzer in Zukunft
stärker zur Kasse bitten wird, was nicht unwahrscheinlich ist, denn
Immobilienwerte sind über die Grundbücher genau feststellbar und können nicht
wie Kapital oder bewegliche Güter „auswandern“.
Für beide Gruppen bieten ältere Fahrzeuge eine
interessante Wertanlage. Als Kapitalanlage sind sie sogar interessanter, als
mancher bislang vermutet hätte. In der Tat werden alte Autos als Wertspeicher und
Spekulationsobjekt vor allem in der aktuellen Weltwirtschafts- und Finanzkrise
immer mehr entdeckt. Dabei können auch sog. Youngtimer interessant sein.
Darunter versteht man
Fahrzeuge, die noch nicht als Oldtimer gelten, also nicht mindestens 30 Jahre
alt sind, deren Baujahr aber in der Regel 15-20 Jahre zurückliegt. Die
Zeit-Definitionen sind nicht als absolut anzusehen, vielmehr sind die Übergänge
je nach Definition und Marke/Modell fließend. Wenn z.B. ein PKW aus den 1970er
Jahren im Straßenverkehr noch nicht als typischer Oldtimer wahrgenommen wird,
fällt er auch eher in die jüngere Kategorie. Dagegen können seltene Autos schon
nach 10 Jahren als Youngtimer angesehen werden, wie das etwa beim BMW Z1 der
Fall war. Das kommt besonders dann häufig vor, wenn die Serienproduktion bald
schon wieder eingestellt oder das Modell von einem Karosseriebauer in
Handarbeit gefertigt wurde.
Dass
Oldtimer eine krisensichere Wertanlage sind, ersieht man auch aus dem DOX, dem Deutschen
Oldtimer Index, den der Verband der Automobilindustrie jährlich veröffentlicht.
Seit 1999 betrug der Wertzuwachs durchschnittlich 5,7%. (http://www.vda.de/de/meldungen/news/20110314-1.html).
Kurios: Die lahme „Ente“ (Citroen 2CV) liegt hier seit Jahren an der Spitze! .
Übrigens: Die frühere
Abwrackprämie wirkt sich positiv auf die Preisbewertungen von Youngtimern aus,
weil durch diese politische Maßnahme sehr viele Fahrzeuge vernichtet wurden.
Wer solch ein Fahrzeug besitzt und gut instand hält, kann mit sicheren
Wertsteigerungen rechnen. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass (wie
bei Oldtimern) nur Original-Ersatzteile verwendet werden.
Wenn Sie den Kauf eines
Youngtimers bzw. Oldtimers planen, müssen Sie auf folgende Fragen achten:
- Hat das Fahrzeug eine
gute Vorbesitzerliste?
- Ist das Fahrzeug
scheckheftgepflegt?
- Liegen alle
Zulassungsbescheinigungen vor?
- Ist die Ersatzteillage
gut und wie sind die Preise? (für manche Fahrzeuge müssen horrende Preise
bezahlt werden)
Wichtig
ist natürlich auch die Frage, ob man Restauration und Instandhaltung selbst
durchführen kann. Falls ja, muss man in der Regel nur 10% des Kaufpreises an
zusätzlichen Kosten veranschlagen, ansonsten 20% und mehr.
Immer
wieder liest man in der Fachpresse von spektakulären so genannten
Scheunenfunden. Das sind Fahrzeuge, die einst irgendwo vorübergehend abgestellt
und dann vergessen bzw. erst nach den Tod der Altbesitzers von den Erben
entdeckt wurden. Zum Teil sind sie in erstaunlich gutem Zustand, wenn sie
sachgerecht untergestellt waren oder einen geringen Kilometerstand haben, und
heute mehr wert als der damalige Neupreis. Doch selbst unrestaurierbare Autos
können noch gutes Geld bringen, weil sich Ersatzteile ausschlachten und teuer verkaufen lassen.
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Die
Oldtimermesse "Techno Classica" (http://www.siha.de/tce.php)
in Essen hat sich zur weltweit größten Verkaufsmesse ihrer Art entwickelt mit
mehr als 1.200 Ausstellern aus 30 Ländern und über 2.500 gezeigten Fahrzeugen.
Das
Magazin "Frei" hat einmal zur besseren Bewertung die Oldtimer in 5 Zustandsnoten eingeteilt:
Note 1: Makelloser Zustand. Keine Mängel an Technik, Optik und Historie
(Originalzustand). Fahrzeug der absoluten Spitzenklasse. Unbenutztes Original
(Museumsauto) oder ein mit Neuteilen komplett restauriertes Spitzenfahrzeug.
Wie neu (oder besser). Sehr selten.
Note 2: Guter Zustand. Mängelfrei, aber mit leichten (!) Gebrauchsspuren.
Original oder fachgerecht und aufwendig restauriert. Keine fehlenden und
zusätzlich montierten Teile (Ausnahme: Wenn von der StVZO verlangt).
Note 3: Gebrauchter Zustand. Normale Altersspuren. Kleinere Mängel, aber
fahrbereit. Keine Durchrostung. Keine sofortigen Arbeiten notwendig. Nicht
schön, aber gebrauchsfertig. Note 4: Verbrauchter Zustand. Nur bedingt fahrbereit. Sofortigen Arbeiten
notwendig. Leichtere bis mittlere Durchrostungen. Einige kleinere Teile fehlen
oder sind defekt. Teilrestauriert. Leicht zu reparieren bzw. zu restaurieren.
Note 5: Restaurationsbedürftig. Nicht fahrbereit. Schlecht restauriert
bzw. teilweise oder komplett zerlegt. Größere Investitionen nötig, aber noch
restaurierbar. Fehlende Teile.
Der Preisunterschied zwischen
den einzelnen Bewertungsstufen kann enorm sein. Ein Opel Kadett A aus dem Jahr 1965
bringt zum Beispiel mit der Note 1 immerhin 9.100 €. Bei der Note 2 reduziert
sich der Wert bereits auf 5.400 €. Die Note 3 lässt den Wert solcher Fahrzeuge
sogar auf 3.600 € sinken. Echte "Rostlauben", die bisweilen
jahrelange kostspielige Restaurierungsarbeit nach Feierabend erforderlich
machen, gibt es hingegen bisweilen "für ein Trinkgeld". .
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